Category Archives: Internetbusiness

Berlin 2.0

Gestern abend war ich auf der Berlin2.0, einer Veranstaltung für die Internetunternehmen und Startups in Berlin. Bei leckerem Essen und kühlen Getränken konnten sich die Teilnehmer austauschen und neue Kontakte knüpfen. Eine gelungene Veranstaltung.

Vielen Dank an Boris Wasmuth und sein Team von Gameduell für die Organisation und natürlich die Sponsoren Holtzbrinck Ventures und Burda digital.

84 Anfragen von Gründern

Mein Aufruf hat sein Ziel erreicht. Täglich erhalte ich neue Businesspläne und Ideen von Gründern. Derzeit sind 84 Anfragen eingegangen. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ich alle Zuschriften angeschaut habe. Ich werde erst am Wochenende wieder dazu kommen, die Mails durchzulesen. Derzeit bin ich in Köln, fliege gleich nach Berlin und werde heute Abend auf der Berlin2.0 sein. Morgen habe ich dann noch einige Gespräche in Berlin und am Abend bin ich wieder in Hamburg.

Ein erster Überblick zeigt, dass sich viele Ideen ähneln. Etwa zwei Drittel der eingegangenen Ideen sind im Bereich Social Networks. Aber es sind auch einige sehr spannende, innovative Angebote dabei.

Die FAZ hat das Thema aufgegriffen und folgenden Artikel veröffentlicht.

die nächsten Veranstaltungen

Es gibt im Moment eine unglaubliche Fülle von Veranstaltungen der web2.0-Szene.

Hier ein Auszug der Veranstaltungen, die ich voraussichtlich besuchen werde:

25.04-26.04.07 web 2.0 Kongress, Mainz (voraussichtlich nur kurz, da bereits andere Termine)
03.05.07 Next07, Hamburg
08.05.-10.05.07 Community-Summit , Wiesbaden
31.05.-01-06.07 Reboot, Copenhagen
07.06.-08.06.07 Future of Online Advertising, New York
09.06.-10.06.07 Barcamp, Hamburg

Gibt es wichtige Veranstaltungen, die ich hier noch nicht aufgeführt habe?

Informationen für eine erste Kontaktaufnahme

Mein Artikel Kapital sucht Gründer hat seine Wirkung nicht verfehlt. Ich habe seit gestern bereits 41 Anfragen von Gründern erhalten. Das zeigt mir wieder einmal, dass die ganze Mühe und der Zeitaufwand des Bloggens eine gute Investition sind.

Es wird etwas dauern, bis ich die einzelnen Anfragen gründlich durchgearbeitet habe. Ich bitte deshalb um etwas Geduld.

Ich habe häufig die Frage erhalten, welche Unterlagen ich benötige und in welcher Investitionsphase ich einsteige.

Folgende Informationen hätte ich gerne:

1. Beschreibung der Geschäftsidee
2. Wer schreibt mir. Was ist der Hintergrund des Gründerteams? Was habt ihr in der Vergangenheit gemacht (Ausbildung, Berufserfahrung). Was zeichnet euch aus?
3. Zahlenmaterial und Businessplan, falls vorhanden

Mein Investitionsschwerpunkt liegt in einer sehr frühen Phase. Es ist eine Idee vorhanden, vielleicht auch schon ein Prototyp im Netz.

Mir ist es nicht wichtig, dass ich einen 50-seitigen Businessplan mit Ertragsplanung für die nächsten 5 Jahre vorgelegt bekomme. Die meisten Gründer haben ohnehin nicht die Erfahrung einen solchen Plan zu erstellen. Mir reicht eine kurze Erläuterung der Idee, eine Wettbewerbsanalyse und ganz wichtig Informationen über das Gründungsteam. Ich helfe dann eher dabei, für eine 2. Finanzierungsrunde einen professionellen Businessplan zu erstellen. Ich sehe meine Funktion neben der 1. Anschubfinanzierung vor allem in der aktiven Unterstützung in der schwierigen Anfangsphase. Darin ein gutes Team zusammenzustellen, das Konzept zu verfeinern und das Unternehmen auf das weitere Wachstum vorzubereiten. Wenn nötig unterstütze ich dabei einen Venture Capital Geber zu finden, der dann das weitere Wachstum finanziert.

Ich befinde mich also nicht im Wettbewerb zu den klassischen Venture Capitalisten, denn ich steige in einer Phase ein, die für die meisten VC zu früh ist. Im Gegenteil, ich arbeite mit den VC zusammen, sobald das Unternehmen entsprechend entwickelt wurde.

Wie stelle ich mir eine Gründerpersönlichkeit vor? Da entscheidet oft der Bauch oder besser die Menschenkenntnis. Neben fundierten Kenntnissen des Internetmarktes kommt es vor allem auf unternehmerische Fähigkeiten an. Für mich ist wichtig, dass die Gründer motiviert sind, dass sie brennen. Den unbedingten Willen zum Erfolg haben und bereit sind dafür viele Entbehrungen in Kauf zunehmen. Denn alle erfolgreichen Gründer hatten auch Leidensjahre, vom Himmel fällt nichts.

Kapital sucht Gründer

Ich kann es kaum glauben. Da wird immer wieder von den genialen Gründern gesprochen, die super Ideen haben nur leider kein Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Ich bin seit 3 Monaten intensiv auf der Suche nach genau diesen Gründern, die unternehmerische Fähigkeiten haben und die Portion eigenen Antrieb. Bisher habe ich sehr wenige kennengelernt. Vielleicht liegt es an der räumlichen Entfernung von Cape Town nach Deutschland? Wenn es das nur ist, ab 21.04.07 bin ich wieder den ganzen Sommer in Deutschland.

Wie ich bereits hier im Blog berichtete, habe ich mich im letzten Monat an 4 neuen Projekten beteiligt. Zum Beispiel an einem Social Commerce Projekt, über das ich erst anfang Mai mehr erzählen kann und an PaulsMama.de. Das Skurille ist, es sind bereits 2 Beteiligungs-Anfragen von Venture Capital Unternehmen bei PaulsMama eingegangen, obwohl das Geld dafür derzeit gar nicht benötigt wird. Sind zu viel Geld und zu wenig Ideen da draußen vorhanden?

Ich würde gerne den ein oder anderen Gründer beim Start eines web 2.0 Projekts unterstützen. Mit Kapital, Kontakten und Know How. Und wenn es an der zündenden Idee mangelt, auch diese könnte ich liefern. Ich habe derzeit 3 Geschäftsmodelle in der Schublade liegen, die ich nicht umsetzen kann, da es mir an den geeigneten Machern fehlt. 1 im Bereich Social Networks, 2 im Bereich Social Commerce.

Also ihr genialen Gründer da draußen: meldet euch bei mir. e-Mail: info at jenskunath.de jens.kunath at gmail.com oder über Xing.

Klowände des Internet

Gerade habe ich bei off-the-record das 1. Interview mit Jean-Remy von Matt zu seinen (auch von mir) viel zitierten „Klowänden des Internet“ gelesen.

Genauso wie mir macht Herrn von Matt die Anonymität der Kommentare in den Blogs Sorgen. So können im Schutze der Anonymität Verleumdungen oder Falschaussagen gepostet werden. Für den Geschädigten ist es dann oft nur mit großer Mühe möglich, diese Kommentare löschen zu lassen.

Ich denke, dass wir erst am Anfang dieser Problematik sind und die Blogosphäre dafür eine Lösung finden muss.

Erinnerungen an Google und die alten Zeiten

Google Logo Doubleclick Logo

Ich komme gerade von ein paar Tagen Urlaub zurück und lese überall die Nachricht: Google kauft Doubleclick.

Ich habe eben ein paar Minuten auf der Terrasse in der Sonne gelegen und in alten Erinnerungen geschwelgt. An einen Abend im Herbst 2000 kurz nach der Gründung von orangemedia. Ich saß mit meinem Partner Dirk Ströer und unserem Leiter Entwicklung Nico Lumma im Fischereihafen-Restaurant in Hamburg. Wir hatten ein Geschäftsessen mit Fabio Selmoni, der damals für die Europa-Geschäfte von Google verantwortlich war.

Ich muss dazu sagen, dass Google in Deutschland noch nicht sehr bekannt war und gerade erst vor dem Durchbruch stand. Nico hat uns damals prophezeit, dass Google den Markt der Suchmaschinen komplett verändern wird und wir uns unbedingt um die Vermarktung von Google bemühen müssen. Das taten wir an dem Abend reichlich. Allerdings machte uns Fabio klar, dass aufgrund eines weltweiten Deals Doubleclick die Vermarktung übernehmen wird. Und das sei auch nur vorübergehend, denn Google wolle eine eigene Vermarktungsmannschaft in Deutschland aufbauen. Das wollten wir zu dem Zeitpunkt kaum glauben, wer war Google?

Offenbar konnten wir Fabio aber doch überzeugen, oder er wollte sich nur für das Essen revanchieren. Orangemedia hatte daraufhin Google für etwa 4 Wochen in der Vermarktung. Dann begann Google selbst die Anzeigenplätze zu verkaufen. Im Jahr 2006 (also 6 Jahre später) hat Google etwa 750 Millionen Euro in Deutschland umgesetzt, fast die Hälfte des gesamten Onlinewerbemarkts. Und gestern auch noch Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar gekauft.

So ändern sich die Zeiten…

Was mir aber auch ein unangenehmes Gefühl gibt. Was ist aus Google, dem Underdog geworden? Dem jungen, frischen Unternehmen, welches angetreten war, um aus dem Internet einen besseren Platz zu machen. Heute ist Google aggressiver als der ach so „böse“ Wettbewerber Microsoft. Und streckt seine krakenartigen Arme überall hin aus. Und das muß Google auch, will man den extrem hohen Aktienkurs halten. Aber ob das im Interesse der Internetnutzer ist?

Geld verdienen mit Social Networks

Social Networks sind DER aktuelle Trend im Internet. Das sieht Marissa Mayer, Produktchefin Suchmaschine von Google ebenso, wie sie neulich in einem FAZ-Interview äußerte:“Soziale Netzwerke bleiben beste Idee im Netz„.

Fast täglich schießt ein neues Angebot aus dem Boden. Aber alle Beobachter und oft auch die Gründer selbst fragen sich, wie damit jemals Geld zu verdienen ist.

Ich habe selbst in aktuell 2 Social Networks investiert, Sie können also davon ausgehen, dass ich mir bereits Gedanken dazu gemacht habe.

Aus meiner Sicht gibt es folgende Finanzierungsmöglichkeiten für Social Networks:
1. Mitgliedsgebühr (nur bei wenigen Zielgruppen derzeit durchsetzbar, Beispiel: XING)
2. klassische Online-Werbung (Banner, Popup, …)
3. Google AdSense
4. intelligente, neue Werbeformen (Ich habe mich an einem Unternehmen beteiligt, welches sich mit diesem Thema beschäftigt. Mehr dazu in einem späteren Beitrag)
5. Affiliate-Partnerschaften
6. Kooperationen (zum Beispiel die Integration einer Jobbörse bei XING gegen feste Gebühr, oder ein exklusiver Shopping-Partner)
7. Micropayment (kleine Beträge für zusätzliche Angebote)
8. Merchandising (bringt erst bei großen Communities mit hohem Bekanntheitsgrad wirklich etwas)
9. Vermarktung des User Generated Content
10. Markforschung
11. Beratung

Wirklich relevant sind derzeit für kleinere und mittlere Netzwerke nur Mitgliedsgebühren und Werbung sowie Affiliate-Partnerschaften. Mitgliedsgebühren kommen nur für wenige Zielgruppen in Frage.

Im Bereich Werbung und Affiliate gibt es einige typische Probleme für Social Networks.
1. Die Aufmerksamkeit für Werbung und damit letztlich auch die Klickrate ist deutlich schlechter als auf contentgetriebenen Seiten.
2. Es handelt sich um User Generated Content. Das bedeutet, der Werbetreibende kann nicht beeinflussen, auf welchen Inhalten er seine Werbung angezeigt bekommt.
3. Werbung wird von vielen Usern in Social Networks als störend empfunden.

Wie ich bereits in einigen früheren Artikeln geschrieben habe, ist für mich die Zielgruppe ein Schlüsselthema. Und zwar erstens um einen Lock-In Effekt bei den Usern zu erreichen und zweitens den Werbetreibenden eine klare Zielgruppe präsentieren zu können. Und Targeting. Darauf sollten sich die Betreiber von Communities konzentrieren. Denn in den meisten Social Networks geben die User eine Vielzahl von persönlichen Daten preis, anhand derer ein Targeting möglich ist. Aber bitte nicht zu auffällig, sonst geht das Ganze bei den Mitgliedern nach hinten los.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Social Networks über Werbung refinanzieren können. Aber eben nicht mit den gewohnten Mitteln, sondern durch intelligentes Targeting und intelligente neue Werbeformen.

Ist bloggen Zeitverschwendung?

Nico Lumma erzählte mir vor 4-5 Jahren (gefühlte 10-15 Jahre), dass er mit Blogg.de ein Bloghosting-Angebot ins Netz stellen wird. Ich gebe zu, ich brauchte einige Minuten um zu verstehen, was er da wirklich macht. Warum sollte jemand sein privates oder auch geschäftliches Tagebuch für alle frei zugänglich im Internet veröffentlichen? Aber auch nachdem ich verstehen konnte, dass es Menschen gibt, die das tun, habe ich nicht so recht an das Geschäftsmodell geglaubt. Sein Arbeitgeber hat daran geglaubt und ihn machen lassen. Insofern ist Nico ein Visonär, denn Blogs findet man mittlerweile überall im Internet. Auch wenn in Deutschland das bloggen noch nicht die Verbreitung wie in den USA oder in Frankreich gefunden hat.

Seit 2 Monaten bin ich nun auch unter die Blogger gegangen. Geschäftlich, sozusagen. Aber warum blogge ich eigentlich?

Meinen Lebensunterhalt kann ich davon nicht bestreiten. Ich kenne niemanden in Deutschland, der das mit seinem Blog kann. Warum sich dann also die Mühe machen, regelmäßig Beiträge zu verfassen? Warum sich in anonymen Kommentaren von pickeligen Heranwachsenden oder unzufriedenen Möchtegern-Unternehmern beschimpfen lassen? Warum in aller Öffentlichkeit eigene Fehler eingestehen?

Hier meine Antworten:
Weil ich das Medium Blog kennenlernen wollte und weiter kennenlernen will. Weil es Spaß macht. Weil es die Möglichkeit gibt die eigene Sicht der Dinge darzustellen. Weil es auch jede Menge qualifizierte Kommentare von Fachleuten, engagierten Gründern und erfolgreichen Unternehmern gibt. Weil dadurch ein Erfahrungsaustausch stattfindet, der einen persönlich weiterbringt. Weil man durch das bloggen durchaus interessante neue Menschen kennenlernt, mit denen man außerhalb der Blogosphäre Geschäft machen kann.

Geschäftliches bloggen kann also sinnvoll sein, auch wenn man kein Geld damit verdient.

Damit Blogs aber nicht zu den viel zitierten „Klowänden des Internet“ werden, muss sich die Qualität deutlich verbessern. Insbesondere die Qualität der Kommentare. Wenn ich mir einige Kommentare in meinem Blog oder in vielen anderen Blogs anschaue, dann habe ich schon Klowände mit höherer Qualität gesehen.

Und es müssen Lösungen her, wie Blogs relevante Werbung einbinden können. Robert Basic macht sich seit einiger Zeit dazu seine Gedanken. Werbung die fern ab der klassischen, blinkenden Banner ist und auch zielgerichteter als die Google-Anzeigen, denen es oft an Relevanz fehlt. Ich hatte bereits angekündigt, dass ich mich an einem Unternehmen beteiligt habe, welches sich mit diesem Thema beschäftigt. Noch ist es zu früh, die Katze aus dem Sack zu lassen. Aber jeder Blogger wird die Werbung einbinden können, die er gerne möchte. In der Größe und Farbe, die er möchte. Anfang Mai werde ich das Geheimnis lüften.

Ergebnisse der Blogmitteilung für PaulsMama.de

Letzte Woche habe ich einen Test für eine Blogmitteilung an ausgewählte Blogs gemacht. Hier die Ergebnisse:

Es haben 19 Blogs berichtet. Bei PaulsMama sind 52 e-Mails mit 218 Namensvorschlägen eingegangen. Nach Prüfung sind 175 Namensvorschläge übrig geblieben, die noch frei verfügbar (mindestens eine der 3 Toplevel-Domains .de, .com, .net) oder bei Sedo zum Verkauf angeboten werden.

Ab sofort kann auf PaulsMama abgestimmt werden. Hier gehts zum Voting.

Vielen Dank an alle Blogs, die durch ihre Berichterstattung diese Aktion unterstützt haben:

Alexander Hüsing, digital:next, Nico Lumma, Robert Basic, Marco Krüger, noname-community project, My Media Mirror, off the record, Timo Heuer, PR-Blogger, Pixelreality.net, Der Tag und ich, marcoleo, Depressionsblog, Ringfahndung Journal, OpenPeople Blog, ProBloggerWorld, WebBizBlog, EASN-Blog

Ergänzung aufgrund von Nachfragen zu den Ergebnissen in den klassischen Medien:

So erfolgreich die Aussendung an die Blogs war, so ernüchternd ist die Bilanz in der Presse. Außer ein paar Onlineseiten, welche die Pressemeldung (offenbar automatisiert) aufgenommen haben, hat kein klassisches Medium berichtet.

Das hat aus meiner Sicht folgende Hintergründe:
1. Die Pressemeldung wurde über Press1 unpersonalisisert an einen Verteiler von 2.300 Journalisten geschickt. Unpersonalisierte Meldungen haben geringe Erfolgschancen. Entweder man nimmt persönlich Kontakt mit den entsprechenden Redakteuren auf, oder man überlässt das einer PR-Agentur.
2. Das Thema war für die klassischen Medien noch nicht relevant. Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass PaulsMama.de ein großer Erfolg wird, die Presse sieht das derzeit noch nicht so. Bisher gibt es nur ein Blog und eine Idee. Auch schon eine Finanzierung. Aber das ist für unpersönlich versandte Nachrichten noch nicht genug.