Domains sind wie Grundstücke

Ich wurde in den letzten Tagen von vielen Geschäftspartnern auf den Kauf der Domain deals.de angesprochen. Es gab da zwei ganz unterschiedliche Meinungen. Die eine Gruppe beglückwünschte mich zum Kauf. Das andere Lager hält den Kaufpreis für viel zu hoch.

Natürlich hätte ich die Domain gern günstiger erworben. Aber der Preis ist aus meiner Sicht immer noch ein Schnäppchen. Denn wenn ich die 65.450€ ins Verhältnis zu den kommenden Marketingausgaben setze, spielt der Kaufpreis kaum noch eine Rolle. Nehmen wir an, wir würden in den kommenden 2 Jahren etwa 10 Millionen Euro für Marketing ausgeben. Dann macht der Kaufpreis für die Domain nur 0,65% aus. Ich hatte vorher die Domain topdeals.de erworben (unter 1.000€). Diese wäre auch gut gewesen, aber eben nicht so herausragend wie Deals.de. Was künftig immer mehr zählen wird, wenn man sich nicht komplett von Google abhängig machen will, ist der Aufbau einer Marke im Internet. Und dafür benötigt man eingängige Domains.

Deshalb auch mein klarer Standpunkt: Domains sind wie Grundstücke. Diese werden in der Regel im Wert steigern. Wie im Immobilienmarkt ist Lage nun einmal alles, im Fall der Domains sind das eingängige, leicht zu merkende Namen.

Wenn jemand eine leicht zu merkende kurze Domain hat und diese verkaufen möchte, freue ich mich auf einen Kontakt.

32 thoughts on “Domains sind wie Grundstücke”

  1. In welcher Richtung suchst du denn die Domainnamen? Wohl doch in Richtung deiner Shopping-Idee oder suchst du generell nach guten Namen und du stellst dir hinterher die Frage, was man draus machen kann?

  2. Leider sind Domains nicht wie Grundstücke. Zumindest nicht so leicht abzuschreiben und steuerlich geltent zu machen. Oder hast du den Kaufpreis schon mal ohne Probleme von einem Steuerprüfer durchgewunken bekommen? Ich leider nicht…

  3. @Marc: ich bin an allen guten Domains interessiert. Nicht nur Shoppingumfeld.

    @Bodenseepeter: Die Abschreibungs-Richtlinien sind wirklich nicht optimal.

    @ Tom: ist für mich kein Thema. Die Domain lässt so viele Vertipper zu 😉

    @ Tobias: die .com ist leider nicht mit im Paket. Hätte ich aber gerne…

    @ Peer-Arne: interessant

  4. Ich denke die Rohstoffindustrie hat es besser verstanden. Domains sind virtuelle Werte und ohne reelen Wert. Erst die Marke bringts! Und da ist es völlig egal wie ich die Marke zeichne wenn ich sie etabliere. Wer fünfstellige Summen für Domains ohne aufgeladene Marke hinlegt, hat entweder Langeweile oder einfach sonst keine Sorgen. Also was solls 🙂

  5. Interessante Diskussion. Als ehemaliger Besitzer der Deals.de kann ich dazu nur folgendes sagen: ich halte den Preis auf keinen Fall für zu hoch – eher im Gegenteil. Hätte es unser derzeitiges Budget zugelassen, hätten wir die Deals.de behalten und selber in 1-2 Jahren ein Projekt entwickelt. Der Name ist nicht zu schlagen, wenn man in dem Bereich ein Portal aufbauen will, da gibt es nichts passenderes. Da wir derzeit aber 6-stellig in unser Projekt Clever.de investieren, und die Deals.de „nur“ ein Zusatz zu unserem Tipps.de Kauf war, haben wir uns für den Verkauf entschieden. 65.000 EUR (brutto wohlgemerkt!) sind viel Geld. Aber für beschreibende Domains wird das in 5 Jahren ein Witz sein. Ich bin selber seit Jahren im Domainmarkt aktiv und kenne die Preise. IN den letzten zwei Jahren stieg der Markt (der tatsächlich sehr mit dem Immobilienmarkt zu vergleichen ist) stark an. Käufe wie „Aerzte.de“ für 50.000 EUR werden in diesem Schnäppchen-Bereich bald der Vergangenheit angehören. Nur zum Vergleich: aus internen KReisen weiss ich, dass kluge Köpfe schon jetzt den Verkauf von Domains wie Strompreise.de für 500.000 EUR abgelehnt haben – zu Recht, wie ich finde! Wir sind übrigens dabei, einen Fond aufzulegen der über genügend Reserven verfügen soll die derzeit noch verfügbaren „Top“-Domains im Bereich 100-200K zu kaufen und zu projektieren. Neueste Erwebung aus dem Netzwerk ist die Spielzeug.de.

    PS: Herr Kunath, u.U. würden wir uns von unser Genial.de trennen, sprechen Sie mich darauf gerne an.

    Besten Gruß Marco Pe
    Artikel8.com

  6. „Domains sind wie Grundstücke. Diese werden in der Regel im Wert steigern.“ Damit hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen – die perfekte Verknüpfung zwischen virtuellen Domains und realen Grundstücken bietet der virtuelle Grundstückshandel auf wyp.de. Auch hier ist die reale Wertsteigerung bereits absehbar.

  7. Unfassbar! Was für ein unglaublicher, völlig schwachsinniger Unsinn! Wie wärs mit wya.de = Whats your air?

    Da kann mir jeder nach überweisen von 100.- ein Kubikmeter Luft abkaufen.

    Auweiha…

  8. naja man muss sich nur ansehen, wer die großen Marken im WWW sind:

    google.com und nicht search.com
    amazon.com und nicht shopping.com
    youtube.com und nicht video.com
    flickr.com und nicht photo.com

    in meinen Augen eine ziemliche Geldverschwendung!

  9. Hui, ein neues Micro-Bläschen erhebt sich… Welcher „interne Kreis“ auch immer ein derartiges Angebot abgelehnt hat, muss zur Gattung durchgebrannter Schaltkreise gehören. Griffige .de-Domains sind heute prima. Genau wie benzinbetriebene Autos. So lange, bis Elekrofahrzeuge etabliert sind. Oder die neuen Adresszonen der ICANN. Dann sorgen strom.preis oder strom.vergleich für ein dickes Tränchen auf den Tastenbrettern der „.de“-Jäger. Sniff.

  10. @Puh: Ich begrüße es sehr, dass es neue Adresszonen geben wird. Das ist auch bitter nötig, denn es ist fast unmöglich noch bezahlbare generische Adressen zu bekommen.

    Allerdings werden die etablierten Toplevel-Domains weiterhin werthaltig sein. Eine auto.de ist eben deutlich wertvoller als eine auto.info oder auto.mobi. Die User haben gelernt, .de für deutsche Domains einzugeben.

  11. @Dirk: Schon richtig, die Dickschiffe haben nicht die Domains, die dafür prädestiniert wären. Man muss es aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Wenn Jens 65.000 Euro für eine leicht zu schreibende und gut zu merkende Domain ausgibt, ist das viel Geld, ja. Aber: Er kann eine ganze Menge beim Marketing sparen. Denn gerade weil die Domain leicht zu merken ist und kaum Tippfehler passieren können, werden sich die User das Angebot schneller merken.

    Und man darf eben nicht vergessen: Google, Amazon und Co. sind nicht wegen ihres Namens die Nummer eins, sondern eher trotz. Grund für die Beliebtheit sind dicke Marketingbudgets und ein branchenführender Dienst – wenn man sowas bietet, braucht man auch keine Topdomain. Nur ist es eben einfacher, eine gute Domain zu bekommen, als ein herausragendes Produkt zu kreieren. Man wird sehen müssen, was aus
    Deals.de wird – der Name ist gut, die Domain auch, jetzt fehlt nur noch das passende Projekt dahinter.

    Ein interessantes Interview zum Thema hatte mal Jens‘ Kollege Dirk Ströer in der Tomorrow gegeben. Auch er hat für aussagekräftige Domains geworben (kein Wunder, wo er ja hinter weg.de, auto.de etc. steckt) – gerade für die Werbung außerhalb des Internets (also Plakaten, TV, etc.) sind solch griffige Domains einfach deutlich praktikabler.

  12. @Sören: Eben nicht… Dirk Ströer hätte auch blibbblabb.com aufs Plakat kritzeln können. Der Erfolg/Misserfolg wäre der gleiche. Die paar vertipper bei einer generischen Domain fallen kaum ins Gewicht.

    Der beste Domainname und das größte Marketing nutzt nichts wenn das Produkt dahinter nicht stimmt. Herr Ströer hat ein große Reichweite, doch Erfolgszahlen sind nirgends zu vernehmen. Wo ist der Erfolg in Euro? Und damit meine ich nicht Umsätze.. sonder Gewinne! Auch wenn das für viele das gleiche zu sein scheint 😉

  13. interessante Meldung, wann wird shoppero begraben herr Kunath?

    quelle: deutsche-startup.de
    * Nico Lumma verlässt media ventures, die Beteiligungsgsellschaft von Dirk Ströer. “Ich blicke zurück auf viele Jahre in der Gruppe in unterschiedlichsten Positionen und bin insbesondere Dirk Ströer sehr dankbar für all die Möglichkeiten und Freiheiten, die mir in diesen Jahren geboten wurden. Ich hatte das große Glück, mit fantastischen Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen, mit denen zusammen viele spannende Ideen und Konzepte entwickelt wurden”, schreibt Lumma in seinem Blog. Zum Spätsommer sucht Lumma, der für media ventures unter anderem den Social-Commerce-Dienst shoppero (www.shoppero.de) aufbaute, nun eine neue Herausforderung.

  14. Es ist ziemlich einfach: wenn eine Strompreise+de täglich in Spitzenzeiten 2000-3000 Type-ins hat – und ich meine damit keine visits! und damit Provisionserlöse im jährlichen sechstelligen Bereich erzeugt, ist es doch verständlich wieso 500K abgelehnt werden.

    Und Sören hat absolut Recht: das was in den Kauf investiert wurde, ist beim Marketing gespart: denn hat jemand schon mal über TV- oder Radiowerbung nachgedacht? Welcher Spot ist leichter zu merken:

    “ Ganz neu im Internet: deals-for-you.de – die besten Deals im Netz“

    oder

    “ Ganz neu im Internet: Deals.de – die besten Deals im Netz“

    ??? Wenn ich das einmal im Radio höre, ist die erste Domain schon wieder vergessen. Da muss ich – wie Google oder Amazon – hundertmal senden, bis die Leute es kapieren. Und bitte, liebe Leute, rechnet euch doch nur mal aus, wieviel das kostet.

    Herr Kunath hat absolut sinnvoll investiert aus meiner Sicht. Es gab ja übrigens auch andere Gebote in ähnlicher Höhe, und auch diese Leute haben sich etwas bei den Geboten gedacht.

    Gruß Marco Pe – Tipps.de (Die besten Tipps im Netz, ha ha!)

  15. sag mal „MARCO PE“ Bruder von Oli P. – zahlt dich Jens dafür, dass du hier so Süssholz am raspeln bist oder war das Teil des „hohen“ Kaufpreises ;-)?!

  16. Das Domaingeschäft wird weiterhin boomen. Den Preis für deals.de sehe ich definitiv auch nicht als zu hoch an – sondern als angemessen. Und wie sagt man so schön – Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis – was in dem Fall ja auch komplett zutraf. Wer die Preise und Gebote bei Sedo & Co beobachtet kann auch nichts gegenteiligis behaupten.

    Und was die neuen TLDs angeht, will ich folgendes noch sagen: Abwarten und Tee trinken. Sofern diese überhaupt irgendwann mal kommen, bleiben DE-Domains im deutschsprachigen Raum sicherlich unangefochten Nummer 1.

    Und TLDs mit „alles.istmöglich“ generieren, wie MarcoPe bereits erwähnte, Null Type-Ins. Keyword-Domains sind der Renner schlecht hin! Übrigens ist auch jetzt schon alles.istmöglich.de möglich 😉 Von daher … Das Domaingeschäft lebt und ist definitiv wie ein Grundstück. Und wenn noch was gescheites draufsteht, ist es um so wertvoller.

  17. Also, deals.de ist ein feiner Domainname. Kurz, knapp, wenn man ihn liest verständlich – hören ist wieder eine andere Sache.

    Wenn das richtige Projekt dahinter steht, eines, das der Name vermuten lässt, sind die EUR 64tsd eine preiswerte Investition gewesen. Grundsätzlich steht und fällt ja eine Webseite mit dem perfekten Projekt – wenn der Domainname dies inhaltlich zusätzlich stützt – um so perfekter.

    Der Vorteil der angelsäsischen Sprache liegt in der häufig vorhandenen Kürze gängiger Worte. Schnäppchen.de ist mehr als doppelt so lang. Was bei dem Deal von deals.de fehlt ist die deals.com. Und wenn ich mir die US-Seite ansehe, habe ich bedenken ob da nicht Markenrechtsprobleme auftreten könnten, wenn der Deals.com Besitzer mal nach EU springen möchte. First come, first serve … sicherlich – ist ein generischer Begriff – trotzdem. Kaefer.de zeigt deutlich, wo das Enden könnte. Wiederum merkwürdig, warum aber Käfer.de wohl die Markeninhaber nicht interessiert?!

  18. @Bodenseepeter

    Du kaufst am Besten ja auch keine Domain, sondern Du kaufst eine Domain zu 12 Euro und den Rest hast Du für das Internetprojekt und die Software bezahlt.. 😉 dann sagt auch das Finanzamt nicht mehr so viel…

  19. Wenn ich mir das alles durchlesen, krieg ich Kopfschmerzen 🙂 Bei Marken geht es in erster Linie um ein „Alleinstellungsmerkmal“ (USP) und zum anderen welche Bedeutung/Assoziationen geweckt werden. Das ist nach meiner Meinung viel wichtiger als ein „einfache“ Domain.

    Man muss das mal von einer anderen Seite sehen. Eine Marke wie „Auto.de“ wirkt auf den ersten Blick einfach, aber neben Shoppen.de, Chatten.de usw. ist ein „Standart“, genauso wie die Domains mit My…..

    Weshalb Google bis heute so beliebt ist, hängt zum „kleinen“ Teil auch an der Marke. Marken sind wie Personen, sie brauchen Charakter! Michael Jackson wäre auch nicht, dass was er heute ist wenn er aussehen würde wie jeder. Und der Name gehört nun mal auch zum CI!

  20. Guter Herr Hunath,
    herzlichen dank für diesen Beitrag
    und Gratuilation zu ihrem sehr weisen Kauf deals.de .

    Es ist wichtig für den Domain Markt, das Entscheider aus erster Hand erfahren wie wichtig und nutzvoll ein strategischer Domainkauf ist.

    Investitionsalternative Immobilien (Domains) sind ein wichtiges Stück erfolgreiche Zukunft für jede Unternehmung.

    Auf weitere gute Erfolge
    M. Consulter

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